BBQ Maroni bzw. Ess Kastanien vom Grill, Smoker oder Backofen

Mir kam die Idee, die Maroni auf den Jahreswechsel zu machen, während die Jungs Feuerwerk abbrennen, haben so die Frauen was zu knabbern und es wärmt dabei auch noch herrlich die Finger.

Was braucht man:

  • Maroni
  • Gemüsegrillequipment (siehe weiter unten)
  • Grill (geschlossen)
  • Wasser Sprühflasche

Schwierigkeit: einfach

Zeitaufwand: 30 Min wässern, 30 Min grillen + ein paar Minuten für das Einschneiden.

Also habe ich ein paar Maroni gekauft und mich schlau gemacht wie man diese am besten zubereitet.

Esskastanien / Maroni

Ich habe den Tip gelesen, die Maroni vorher zu wässern. Ich hatte früher schon öfter Maroni auf dem Weihnachtsmarkt gekauft und da waren immer etwas „trockene“ Kastanien dabei. Ich denke das Wässern hilft (zumindest kann es nicht schaden).

Wässern – bevor sie eingeschnitten werden!

Esskastanien wässern

Nach ca. 30 Minuten, habe ich sie getrocknet und 2x Kreuzförmig eingeschnitten:

Maroni einschneiden

Ich empfehle hierfür ein Messer mit „Zacken“, da man die Schale eher „sägt“ als schneidet. Ein Messer ohne Zacken rutscht auf der glatten Oberfläche der Maronen (verletzungsgefahr). Ich habe (je nach Form) die glatte/plane Seite eingeschnitten.

Dann kam die Werkzeugfrage, wenn man online nach „professionellem“ Werkzeug wie „Maronipfanne“ sucht, kommt meist eine Pfanne mit Löchern als Ergebniss. Wenn man mal den Griff vergisst, sieht meine Gemüsepfanne fast genauso aus:

Maroni Pfanne

Viel besser hat mir aber eigentlich mein „Gemüsekorb“, da er oben „zu“ ist, kann man die Maroni perfekt ohne Risiko durchrütteln und umdrehen. Nun gilt es den Grill auf ca. 180 Grad vorzuheizen (indirekte Hitze).

Dann habe ich mein Kastaniensieb in die Mitte gestellt (nur die beiden äußeren Brenner sind an).

Maronen Esskastanien Bratkorb

Alle 5-7 Minuten habe ich dann gerüttelt und die Kastanien mit Wasser eingesprüht:

(Das Einsprühen, habe ich jetzt nicht gefilmt).

Nach 20-30 Minuten sind die Maronen dann fertig:

Fertige Maroni vom Grill

Das Foto habe ich auf dem Weg nach draußen gemacht, daher etwas unscharf, es ist aber gut zu erkennen, wie sich die Maronen geöffnet haben. Sie waren sehr lecker, keine war trocken und ließen sich alle gut schälen.

 

 

Erfahrung Berliner Rumfestival Teil 1 (internationale Rum’s)

Am 4-5. Oktober war in Berlin das international Rum Festival, ich war vor Ort und habe mich umgeschaut. Ein guter Rum eignet sich sehr gut als Digestiv nach einem guten Essen. Für wen das Thema neu ist, kann ich den Rum „Botucal Reserva Exclusiva“ aus Venezuela (ca. 30 Euro). Der Rum hat im Verhältnis recht viel Süße und ist damit sehr gefällig (nicht falsch verstehen, es handelt sich nicht um eine Süßigkeit). Der Botucal ist eines meiner liebsten Gastgeschenke, da er auch Spirituosenfremden Menschen sehr gut schmeckt.

Kurz zum Rum:

Rum wird in der Regel aus der Zuckerrohr Melasse hergestellt. Das ist „eigentlich“ ein Abfallprodukt der Zuckerherstellung. Es ist ein brauner honigartiger Zuckersirup.
Im Gegensatz zum Zucker (der ja weiß und rein sein soll), besteht die Melasse nur aus ca. 60% Zucker,
der Rest sind andere Bestandteile die den Geschmack prägen (was positiv zu sehen ist, es ist ein reines „Naturprodukt“).

Im Gegensatz wird Cachaca direkt aus Zuckerrohrsaft hergestellt und schmeckt damit „neutraler“.
Nach dem Brennen ist der Rum klar und wird dann in Holzfässern gereift. Das Fass gibt dabei zusätzlichen Geschmack an den Rum ab, die Fass Sorte und die Länge der Lagerung haben einen großen Einfluss auf den finalen Rum Geschmack.

4th Berlin Rum Festival Überblick

Der Ablauf:

Die Location war sehr schön gewählt, in der Station (nähe Gleisdreieck). Es gab ca. 43 Aussteller mit jeweils verschiedenen Rumsorten. Beim Eingang erhält man ein Tasting Glas (welches man mitnehmen darf) und 5 Chips die man an den verschiedenen Ständen für je 2 Cl Rum eintauschen kann (das relativiert die „hohen“ Eintrittskosten von fast 30 Euro.

Die Rums die ich verkostet habe:

Ich habe über den Tag viele verschiedene Rum Sorten probiert, ich habe mir dabei eher auf weniger als die 2 Cl beschränkt um noch sicher nach Hause zu kommen.

Appleton Jamaika Rum

Mein erster Stop war bei Appleton aus Jamaika, bei Appleton wird alles unter einem Dach gemacht (der Zuckerrohranbau, das Brennen und die Lagerung).

Appleton Estate V/X (5 Jahre gereift)

Der 5 Jahre alte Appleton liegt preislich bei ca. 15 Euro, er schmeckt fruchtig mit leichtem orangen Aroma und hat noch etwas Schärfe.

Appleton Estate 5 Jahre

Appleton Estate 12 (12 Jahre gereift)

Der 12 Jahre alte Appleton ist ein sehr ausgewogener Rum (ca. 30 Euro), weniger fruchtig als der 5 Jahre alte Rum, hat aber auch nicht mehr die Schärfe. Für mich ein sehr ausgewogener Rum den ich gerne Empfehle!

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Appleton Estate 21 (21 Jahre gereift)

Der 21 Jahre alte Appleton Rum (ca. 80-90 Euro) war sehr lange im Fass, er ist sehr sehr trocken und hat auch den Fass Geschmack angenommen (umgangssprachlich, er schmeckt etwas nach Holz, was nicht negativ gemeint ist). Ist der Rum nun besser als die vorherigen? Für mich nein, der 12 jährige ist für mich ausgewogener (geschmacklich und preislich). Wer allerdings auf Barrique Geschmack steht, der hat hier einen eine interessante Option.

 

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Don Pancho Rum

Neben den Ständen gab es auf dem Rum Festival auch Vorträge, vor einer kleinen Bühne kann man sich an Tische sitzen und es wird dann auch Rum zum parallelen verkosten angeboten. Leider war ich zu spät (und habe dann halt hinterher am Stand probiert), wer nächstes Jahr hingeht und zu den Vorträgen verkosten möchte, sollte sich rechtzeitig einfinden.

Don Pancho - Vortrag

Don Pancho ist Kubanischer Rum Meister, der nach eigener Aussage für viele auch bekannte Firmen Rums hergestellt hat. Mittlerweile lebt er in Panama und macht Rum unter seinem eigenem Namen. Es gibt ihn in 8, 18 und 30 Jahren Lagerung. Die Rums haben mir sehr gut geschmeckt, leider sind sie vergleichsweise teuer.

Don Pancho Origines 8

Der 8 Jahre gereifte Rum (ca. 30 Euro) empfand ich als leckerer runder und trockener Rum ohne Schärfe. Empfehlenswert!

Don Pancho Origines 8 Jahre

Don Pancho Origines 18

Der 18 Jahre alte Rum empfand ich als super runder (nicht zu süß, nicht zu trocken) und weicher Rum. Mit ca. 80-90 Euro pro Flasche allerdings auch nicht ganz günstig.

Don Pancho Origines 18 Jahre

Don Pancho Origines 30

Der 30 Jahre alte Rum ist durch seine 30 jährige Lagerung etwas Besonderes was sich auch bei einem Preis von ca. 300 Euro wiederspiegelt. Ich habe ihn wirklich genossen, aber 300 Euro für eine Flasche ist mir dann doch zu viel, für den Preis kriegt man auch sehr interessante Raritäten bekommen (sorry Don Pancho).

(Leider kein Foto)

Plantation Rum’s

Plantation ist eine interessante Variante bei Rum, Plantation ist eigentlich eine französische Firma. Plantation kauft Jahrgangsrums die schon vor Ort gelagert wurden, in Frankreich werden diese dann nochmals mindestens 1 Jahr in Cognac Fässern „veredelt“. Von daher gibt es von Plantation auch Rum’s aus verschiedenen Jahren und Ländern. Die Plantation Rums sind and dem Bast um die Flaschen immer gut zu erkennen. Bei Preisen zwischen 25 und 50 Euro sind schlagen Sie auch beim Budget nicht über die Stränge.

Es gibt also eine breite Streuung von unterschiedlichen Rums, durch die „hochwertige“ Auswahl und Veredlung, kann man also auch immer mal wieder was probieren und das Risiko eines Fehlkaufes ist ziemlich gering. Auf der anderen Seite gibt es bestimmte Rum’s nur so lange es sie gibt, sprich wenn eine Charge ausverkauft ist, dann gibt es sie so nicht wieder.

Ich habe die folgenden verkostet:

Belize X.O. Limited Edition (old reserve)

Der Belize X.O. (ca. 50 Euro) Rum ist fruchtig und leicht scharf (der Alkohol brennt leicht). Er wurde 8 Jahre in Belize gelagert und dann noch mal 2 Jahre in Frankreich.

Plnatation Belize X.O.

Panama 8 Limited Edition

Der Panama Rum (ca. 40-50 Euro) wurde 8 Jahre in Panama gelagert und 1 weiteres Jahr in Frankreich. Er war für mich ein sehr ausgewogener Rum der ziemlich rund war, nicht zu süß, nicht zu trocken und auch keine Schärfe, aber damit auch keine Besonderheit hat (was ihn nicht schlecht macht).

Plantation Paname Limited Edition 8
(linke Flasche)

Brazil Old Reserve 1999

Der Brazil Old Reserve (ca. 50 Euro) wurde eher wie ein Cachaca gemacht (es wurde Zuckerrohrsaft, anstelle Melasse verwendet). Er wurde 12 Jahre in Brasilien gelagert und noch mal 1 Jahr in Frankreich. Durch die andere Machart schmeckt er auch „anders“ (kann ich schlecht beschreiben), er hat dabei einen leichten Barique (Fass) Geschmack.

Plantation Brazul 1999 limited edition

Barbados X.O. Extra Old 20th. anniversary

Bei diesem Rum handelt es sich um ein Cuvee (also eine Mischung aus verschiedenen Rumsorten von Barbados). Der jüngste Rum wurde 13 Jahre gelagert, der älteste 20 Jahre. In Frankreich hat der Rum noch 1 weiteres Jahr verbracht. Er hat eine angenehme leichte Süße und Aromen von Kokosnuss und Vanille. Ein sehr angenehmer Rum.

Plantation X.O. Barbados 20.th anniversary

Les Colonieres

Eine kleine Besonderheit sind die Rums von „Les Colonieres“, hier wird ein normaler einfacher mit Frucht (und wahrscheinlich etwas Zucker versetzt). Er sieht in der Flasche toll aus und nimmt auch von den Früchten den Geschmack auf. Ich würde es eher einen Sommerrum nennen der sicher eiskalt sehr gut schmeckt, den man für einen Aperitif beim heißen Grillabend servieren kann. Durch die Süße trifft es denke ich eher den weiblichen Geschmack. Die Flasche kostet ca. 10-15 Euro (also auch noch vergleichsweise günstig). Es gibt ihn in 10-15 Geschmacksrichtungen, ich hatte die Möglichkeit folgende Sorten zu probieren:

Früchte/Tropical

In dieser Variante sind Ananas, Passions Frucht und Litschi. Schmeckt wie zu erwarten war sehr schön fruchtig :).

Les Colinieres Rum TropicalLes Colinieres Rum Tropical

Vanille

Hier wurde einfach eine (ganze) Vanilleschote in den Rum gegeben, er schmeckt also auch leicht nach Vanille.

Les Colinieres Vanille Rum

Spices (Gewürze)

In dem Rum sind Zimt, Kardamon, Sternanis, Chili, Nelke und noch etwas (hab ich vergessen). Schmeckt also ein wenig Weihnachtlich.

Les Colinieres Rum Spices

Orange / Zitrone

Der Titel sagt alles, danach schmeckt er auch.

Les Colinieres Orange Zitrone RumLes Colinieres Ornage Zitrone Rum

Die weiteren Geschmäcker sind leider im Zoll hängen geblieben, leider kenne ich keine Bezugsquelle in Deutschland.

Das ist der erste Teil, im zweiten Teil gehe ich dann auf die deutschen/österreichischen Rum’s ein.

Veranstaltungstip in Berlin – German Rum Festival 4-5 Oktober

Das hat jetzt weniger mit Grillen zu tun, ist aber auch ein Genussthema. Ich mag persönlich hochwertige Spirituosen insbesondere Rum, daher der Veranstaltungstipp für den 4. und 5. Oktober in Berlin.

Ich werde ziemlich sicher hingehen und das ein oder andere Verkosten. In den kommenden Wochen werde ich dann sicherlich mehr über die getesteten Rums berichten (wenn das Grillen dann etwas in den Hintergrund gerät).

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Location:

STATION BERLIN
Luckenwalder Straße 4 – 6
10963 Berlin

Weitere Informationen auf der Webseite:

http://rumfest-berlin.com/

Kosten: 26 Euro für einen Tag, hier ist aber ein Probierglass und 5 „Gutscheine“ Rums zu verkosten dabei.

Rezept: mariniertes Grillgemüse und Barbecue Gemüse (BBQ) – auch geräuchert im geschlossenem Grill

Ich habe eine einfache und super leckere Gemüse Beilage vom Grill. Die macht sich perfekt zusammen mit BeerButtChicken (hier kann man das Hähnchen in die Mitte des Gemüses stellen und der Hühnchensaft der runter tropft gibt zusätzlichen Geschmack ab), Entrecote, oder allem anderem was geschlossen im Grill zubereitet wird (alternativ natürlich auch im Backofen).
Der Vorteil von der BBQ-Saucen Marinade ist das das Gemüse nicht austrocknet und schön saftig bleibt.

Was braucht man?
– Lieblings BBQ-Sauce
– feuerfeste Schale
– Beliebiges Gemüse (hier auf ähnliche Garzeit achten)

Ich habe dies mal: Zucchini, Paprika, Schalotten, Kräuterseitlinge, Shitake Pilze (frisch), rote Karotte (dünn schneiden, damit diese gar werden). Hier kann man sich aber auch gerne austoben. Es gibt nichts was verboten ist und was man nicht probieren kann.
Folgendes funktioniert gut:

  • Paprika (alle Farben)
  • Zucchini
  • Pilze
  • Schalotten
  • Zuckerschoten
  • Knoblauchzehen (wenn man sie ganz lässt wird es nicht zu intensiv)

Was nicht so gut funktioniert:

  • Kartoffeln und Süßkartoffeln (schmecken mir nicht wenn sie nicht ganz durch sind)
  • Aubergine (wird trocken)
  • Frühlingszwiebeln (geht teilweise, aber nur den unteren Teil nehmen, der grüne Teil „verbrennt“ bzw. wird trocken)
  • Tomaten (garen zu schnell und werden zu weich)

Zubereitung:
Einfach beliebiges Gemüse klein schneiden (mundgerechte Stücke, aber auch nicht zu klein, sonst hat man nur so „Fitzel“ auf dem Teller). Dann mit Lieblings BBQ Sauce drüber geben, gut vermengen und ein paar Stunden ziehen lassen.

BBQ Gemüse

BBQ Gemüse vermengt

Relativ einfach, das Gemüse ist mariniert mit der BBQ Sauce.

Die Schale:

Ich habe eine Grillschale für Gemüse, da das Gemüse mit BBQ Sauce mariniert ist und ich nicht will, daß die Sauce in den Grill tropft (Putzfaulheit), habe ich diese mit Aluminiumfolie ausgekleidet.

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Im Grill:

So kann das Gemüse dann in den Grill. Die Temperatur ist ziemlich relativ ich habe es beim Primerib (100°-120°C) aber auch beim BeerButtChicken (150°-180°C) drin gehabt. Alle 20-30 Min wende ich das Gemüse mit einem großem Löffel, oder Grillzange.

Man kann immer mal wieder probieren wie weit das Gemüse ist, der Vorteil von Gemüse ist das man es nicht auf den Punkt garen muss es kann auch mit etwas Biß serviert werden.

Kleiner Tip: Wenn man etwas räuchert, nimmt auch das Gemüse den Geschmack an 🙂

So sieht es dann Fertig aus, ab 150°C karamellisiert der Zucker in der BBQ Sauce ein wenig. Durch die BBQ Sauce bleibt das Gemüse schön saftig.

Fertiges Grillgemüse

Guten Appetit

 

Rezept: Prime rib Entrecote low and slow vom Smoker, Gasgrill oder Backofen

Gestern haben sich alte Freunde und Nachbarn mal wieder eingefunden um zusammen zu Grillen. Ich wollte schon immer mal ein PrimeRib (Entrecote) am Stück „low and slow“ (niedrige Temperatur, lange Garzeit). Das Ergeniss ist ein unglaublich saftiges (man sieht wie der Saft glänzt) und zartes Stück Rinderfleisch (wenn man hinschaut, sieht man wie das Fleisch schon quasi auseinanderfällt).

primerib

Überblick:

Ich habe ein 2 kg Entrecote (ohne Knochen) bei ca. 100-130°C über 2 Stunden auf 54° Kerntemperatur gebracht. Dazu wurde etwas mit Hickory Holzchips geräuchert und das Fleischstück mit einer Kräutermantel aus frischer Basilikum, Petersilie und Rosmarin bedeckt. Wenn man auf die Raucharomen verzichten kann, kann man das Fleisch auch im Backofen machen :).

Theorie (urban legends):

Bevor es zum Rezept geht, ein paar Dinge zur Erklärung vorab.

  1. Das Fleisch sollte NICHT aus dem Kühlschrank auf den Grill, idealerweise bei Raumtemperatur auf den Grill.
    a) Es dauert sonst wesentlich länger (von 5°C auf 54°C dauert einfach länger)
    b) Wird das Fleisch ungleichmäßiger gegaart. Der Bereich (außen) der Well-done ist, wird größer).
    c) Es ist einfach weniger „Stress“ für das Fleisch wenn der Temperaturunterschied nicht so groß ist.
  2. Low and slow heißt niedrig und langsam, je niedriger die Temperatur um „Ofen/Grill“, desto saftiger ist das Fleisch. Fleisch besteht zu über 70% aus Wasser, je höher die Temperatur ist, umso mehr Wasser verdampft (kann man einfach mal mit einem Kochtopf auf dem Herd probieren).
  3. Zartheit. Lange Garzeit zersetzt das Kollagen. Die Muskelfasern und Bündel werden durch Kollagen zusammengehalten (quasi der Kleber). Kollagen macht das Fleisch zäh (Filet hat kaum Kollagen, Suppenfleisch viel). Langes Kochen macht Suppenfleisch zart, ähnlich ist es bei Entrecote, es hat zwar weniger Kollagen als Suppenfleisch, aber halt auch etwas. Die lange Zubereitung zersetzt das Kollagen, damit wird das Fleisch zart.

Zubereitung:

Ich habe ein 2 kg Stück Entrecote vom Pommerschen Rind, das 4 Wochen trocken gereift ist benutzt (eine gute Fleischqualität ist wichtig dazu ein andermal mehr).
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Das Fleisch wird aus der Hülle genommen, ich habe es unter Wasser abgewaschen (um das Blut/Saft los zu werden), dann mit Küchenkrepp trocken tupfen. Dann schneide ich immer die „hängenden“ Fettstücke ab:

Wfett trimmen

WICHTIG: Nicht das ganze Fett abschneiden, Fett ist Geschmacksträger und schützt auch das Fleisch, also nur das Fett was „faserig“ ist, abschneiden.

Zwischenaufgabe: Woodchips wässern:

Da ich mein PrimeRib auch ein wenig geräuchert habe, ist jetzt der Zeitpunkt die Woodchips zu wässern damit diese genug Wasser gezogen haben, wenn das Fleisch in den Grill kommt. Wer das Fleisch im Backofen macht kann diesen Schritt natürlich auslassen, oder mitmachen (wen der Rauch in der Wohnung nicht stört – evtl. Nachbarn bescheidgeben, das der Rauch aus der Wohnung kein Feuer ist).

Weiter Informationen zum Räuchern im Gasgrill in meinem vorherigem Post: Grilltechniken: Smoken bzw. Räuchern im Gasgrill

„Kräuterpanade“

Die Kräuterpanade ist ziemlich einfach, ich habe zu gleichen Teilen:

  • Petersilie,
  • Rosmarin und
  • Basilikum

gehackt.

kräuter

Zur Orientierung ich habe für das 2 kg Stück ca. 15 Gramm von jedem Gewürz genommen.

Das ganze wird dann mit etwas Oliven Öl, Pfeffer (ca. 1 EL) und Salz  (ca. 1 EL) vermischt.

kräutergehackt

Das Olivenöl langsam und sparsam zugeben, es sollte eine dicke Paste ergeben. Wenn das zu flüssig wird, läuft einem die Kräuterpaste vom Braten (ich Spreche aus Erfahrung).

Das Fleisch für den Grill präparieren:

Ich lege das Fleisch auf eine „Schale“, da das Entrecote immer etwas Fett abgibt. Die Schale fängt das Fett auf und ich spare mir das reinigen vom Grill. Wer will kann das Fett auch für andere Zwecke weiter benutzen :).

Das Fleisch habe ich auf einen „Rost“ gelegt, das hat 2 Vorteile:

  1. Das Fleisch hat keinen direkt kontakt mit Rost, Schale, etc. die Hitze abgeben können und somit zu einem ungleichmäßigem Garen führt.
  2. Die heiße Luft kommt überall gleich an. Das Stück Fleisch liegt nicht in dem herabtropfenden Fett.

fleischaufrost

Nun noch unsere Kräuter Mischung auftragen (unten kann man auslassen):

fleischmitkräutern

Das Grillen/zubereiten:

Den Grill/Backofen/Smoker auf etwas über 100 Grad aufheizen, das Smokepack reinlegen und das Fleisch bei indirekter Hitze reinlegen (ich habe 4 Brenner und nur den ganz linken angemacht auf voller Hitze).

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Thermometer einstecken und warten.

Bei mir haben die 2 kg bei 110-130°C ca. 2 Stunden gebraucht um die Kerntemperatur auf 54°C zu bringen. 57°C bedeuten medium. Nach dem rausnehmen, sollte das Fleisch nocht ca. 15 min ruhen, dabei steigt die Kerntemperatur noch um 3-4 Grad an, also lieber etwas früher rausnehmen. Damit es nicht komplett auskühlt das Fleisch in Aluminiumfolie einpacken. (Habe davon kein Foto, aber das kriegt man sicher auch so hin).

Nach dem Warten kommt der große Moment, das Fleisch aufzuschneiden:

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Man sieht wie das Fleisch saftig glänzt!

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Schön rosa, also nicht zu spät rausnehmen.

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Als letztes Wort, es war SEHR lecker!!!

Kleine Entschuldigung

Eine Entschuldigung:

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, es fehlte irgendwie die Zeit und die Motivation.
Um es mal zu sagen, ich sitze auf dieser Seite des Bildschirms und bekomme nicht wirklich mit wie meine Arbeit ankommt.

Bei einem Update der WordPress Software (Sicherheitslücken), bin ich auf einige Kommentare gestoßen die kein SPAM waren, sondern echtes Interesse gezeigt haben. Auch die Zugriffszahlen sprechen eine schöne Sprache, ich gelobe daher von nun an Besserung und möchte schauen wieder mehr zu posten.

Los geht es mit dem Rezept für Primerib.

Werbung – Wein Empfehlung – wissingwein.de

Liebe Leser,

ich tue mich schwer kommerzielle Interessen in mein Blog zu lassen. Sprich ich lasse mich nicht auf:

Hersteller X zahlt Betrag Y für die Bewerbung von Produkt Z – ein.

Ich werde aber Produkte die mich überzeugen „bewerben“ und dann auch kenntlich machen. Heute möchte ich euch auf den Wein von meinem Teilzeit Nachbarn Volker (von dem ich auch schon viele gute Tips bekommen habe) aufmerksam machen. Ich habe ihm geholfen einen Onlineshop für die Weine aus dem familiärem Weingut aufzusetzen.

Der Fokus der Weine liegt bei Rotwein und hier bei Weinen die im Barrique ausgebaut wurden. (Barrique = Holzfass, was diese „rauchige“ Note abgibt – was meiner Meinung ideal zu Fleisch passt).

Empfehlen kann ich aus eigener Erfahrung den Spätburgunder und dann sind noch ein paar Flaschen 2005er Dornfelder da, der ist gerade perfekt zum trinken. Die Preise zwischen 6 und 11 Euro pro Flasche sind zwar nicht billig aber man bekommt wirklich guten Wein dafür.

http://www.wissingwein.de/

P.S. Ja ich verwende eine Referer ID, um ein wenig den Erfolg des Blogs zu messen, nein ich bekomme kein Geld wenn bestellt wird!

Saftiger Hase am Spieß im Bacon Mantel – Lapin au vin

Ich wollte schon länger mal wieder was am Spieß machen.
Ursprünglich ging die Idee auf einen Wildhasen zurück, da aber zur Zeit keine Wildsaison ist, habe ich mich für ein Kanninchen entschieden.
Generell vorab, die Tiere sehen ähnlich aus, sind aber nicht näher miteinander verwandt.
Vergleich Kanninchen – Hase. Ich denke aber, das man das Rezept auch mit einem Hasen machen kann.

Ein Kanninchen habe ich noch nie gemacht und wollte es mal ausprobieren. Ich habe hierbei mehrere Rezepte kombiniert, herausgekommen ist eine Arte Coq au vin auf Hasenbasis 🙂

Wie funktioniert das nun? Das ganze Kaninchen wird in einer Weinmarinde/Brine über einen längeren Zeitraum eingelegt (ich habe das ganze vakuumiert um Zeit zu sparen). Dann wird das Kanninchen „aufgespießt“, mit Speck und Kräuter ausgefüllt, zugenäht und mit Bacon umwickelt.

Was brauchen wir also?

Zeitbedarf:
– 24h marinierzeit
– ca. 2x 1h Vorbereitungszeit
– ca. 1h auf dem Grill am Spieß

Zutaten:
– 1 Hase/Kanninchen
– 1l trockener Weißwein
– 1/2 Knolle Knoblauch
– 5-6 Zweige frischer Roßmarin
– 4-6 Zweige frischer Thymian
– 3-4 Esslöffel Olivenöl
– Cayenne Pfeffer
– 2-3 Esslöfel Olivenöl
– Salz
– weißer Pfeffer
– 4 Pakete Frühstücksbacon (16 Streifen)
– ca. 100-150 gr Speck
– Lebensmittelgarn (zum zunähen)

Zubereitung:

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Das Kaninchen innen und außen mit Salz und weißem Pfeffer einreiben.
Dann in eine Schüssel das Kanninchen, den Wein, Knoblauch, Roßmarin, Thymian, Olivenöl, Cayenne Pfeffer geben. (Ich glaube ich habe meinem Hasen dabei etwas das Rückrat brechen müssen.)

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Nun muss das Kanninchen ruhen, da ich gerne den Geschmack der Marinade/Brine intensiviere (ich mag es die Geschmäcke zu kombinieren), vakuumiere ich das ganze.

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Durch das vakuumieren „weiten“ sich die Fasern. Dadurch dringt die Marinade wesentlich schneller bzw. tiefer ein (je nachdem, also bei gleicher Zeit dringt der Wein unserer Marinade tiefer ein oder in in kürzerer Zeit gleichtief als ohne Vakuum.)

Ich habe das Kanninchen nun über Nacht vakuumieren lassen.

Nach dem Schlafen ist Grilltag!
Wichtig: den Sud in dem das kanninchen lag, nicht wegkippen sondern in ein tiefes Backblech gießen. Dies wird später unter das Tier gestellt und gibt zusätzlich Feuchtigkeit ab!

Damit der Hase auch innen saftig wird, nehmen wir nun den Speck und ein paar Zweige Rosmarin und füllen diese in den Hasen.

Damit das ganze zusammenhält, wird das Kanninchen nun zugenäht.

Aufgespießt:

Bevor der Grill nun eingeheizt wird, gibt es noch etwas vorzubereiten. Das Kanninchen braucht noch ein Kleid, was es im Garraum schützt. Hierzu brauchen wir (wer aufgepasst hat, weiss was jetzt kommt), natürlich BACON!!!!

Für meinen Kanninchen Mantel habe ich 18 Streifen Bacon verarbeitet. Aus diesen wird der Mantel quasi gewebt (siehe Artikel Bacon Mantel).

Der Mantel wird nun um den Hasen gewickelt.

Aufgespießt und noch mal mit Faden umwickelt um sicher zu gehen, das der Baconmantel sich nicht löst. Nun heizen wir den Grill auf ca. 150-180° C vor.

Jetzt ist es Zeit den Hasen in den Grill zu bringen, unter das Tier kommt nun die Schale mit dem Wein, in der mariniert wurde.

Links und rechts sind die Smoke Packs zu erkennen. Deckel zu und kochen lassen. Da wir hier indirekt grillen sind jetzt nur der rechte und der linke Brenner an (die beiden mittleren sind aus).

Nach ca. 15-20 Minuten sollten die Smoke Packs zünden.

25 Minuten später sieht das dann schon so aus (noch nicht fertig):

Nach 1 Stunde und 10 Minuten war bei mir der Haase durch:

Guten Apetit!

Bacon Mantel für das Grillen Weben

Heute möchte ich eine meiner Lieblingstechniken vorstellen, den Bacon Mantel.

Er dient dazu große Stücke vor Austrocknung zu schützen, hinzu gibt er noch leichtes Bacon Aroma an das Bratgut ab und vor allem gibt es noch lecker knusprigen Bacon als Beilage.

Der Bacon Mantel ist relativ einfach gelegt, am Anfang kann man sich noch schwer tun, aber beim zweiten Mal geht es quasi wie automatisch von der Hand. Meine Freundin kam mit dem Fotografieren kaum hinterher :). Wir fangen auf einem Küchenbrett an. Dazu legen wir nebeneinander 8 Bacon Streifen, immer abwechselnd flach und „einmal in der Mitte gefaltet“.
Ich empfehle die Bacon Streifen relativ eng aneinander zu legen, da sonst das Netz „löcherig“ werden kann.

Hier liegen die ersten 5 Streifen:

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Wie auf dem Bild zu sehen ist, immer abwechselnd flach und gefalltet. Warum wir das machen wird gleich klar.

Nachdem alle 8 Streifen in einer Richtung liegen, fangen wir jetzt mit dem Weben an. Wir legen die Bacon streifen nun über die anderen Streifen.

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Da wir mit 8 Bacon Streifen längs über einen „quadratischen“ Grundschnitt gegangen sind (die eine Seitenlänge ist länger als die andere) müssen wir hier anbauen.
Wenn man genauer auf dem Bild oben schaut, dann sieht man das hier einfach zwei Streifen überlappend gelegt wurden.

Jetzt fangen wir an, die „gefalteten“ Bacon Streifen auszuklappen:

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Im nächsten Schritt werden nun die Streifen, die vorher flach lagen über den Querstreifen gelegt:

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Das machen wir bis das ganze so aussieht.

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Die Querstreifen (die wir haben überlappen lassen) sind nun automatisch unten, oben, unten, oben – wie wenn wir das ganze gewebt hätten. Durch das falten, haben wir uns automatisch für die nächste Reihe vorbereitet:

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Hier sehen wir noch mal das überlappen im Querstreifen (es fehlt natürlich noch der überlappende Bacon Streifen). Jetzt fangen wir wieder an zu falten, erstmal die die von „oben“ nach „unten“:

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Dann wieder die anderen nach oben klappen, es sollte dann so aussehen:

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Nun wieder ein Querstreifen und wieder gefaltet:

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So machen wir weiter bis wir unser fertiges Netz erhalten:

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Etwaige Überstände kann man einfach wieder mit einfalten, sind aber auch nicht so tragisch da man ja das Grillgut eigentlich darin einwickelt.

Hier nun ein Foto wie ich ein Kanninchen, damit einen neuen Pelz verschafft habe (das Kanninchen Rezept folgt bald):

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Nach dem Grillen sieht das dann so aus:

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Der Bacon ist herrlich knusprig und das zarte, magere Fleisch ist richtig schön saftig geblieben. Die Technik kann man natürlich auch für andere empfindliche Stücke verwenden.